ALLGEMEINE HINWEISE

 

Bogenarten
Entgegen vieler Behauptungen unterscheiden sich die Elemente beim Compound- und dem Recurvebogen nur im Bereich des Lösens und des Zielens. Alle anderen Elemente sind im Grundsatz gleich. Daher können Anfänger sofort mit dem Compoundbogen beginnen. Auch hier beginnt die Ausbildung mit dem Technikbogen, allerdings wird hier mit dem Release gearbeitet, alle anderen Ausbildungsschritte sind gleich. Das Umsteigen von der einen auf die andere Bogenart ist jederzeit möglich.

 

Technikbogen
Um dem Schüler einen leichten Einstieg in die richtige Schießtechnik zu ermöglichen, nutzen wir einen leichten Bogen. Der Technikbogen besteht aus einem hölzernen Mittelteil (40 cm langer Besenstiel reicht), der mit Fiberglasstäben, oder dünnen PVC-Rohren als Wurfarme ausgestattet ist. So ergibt sich eine Zugkraft von etwa 2 lbs. Der Vorteil dieses Bogens liegt darin, dass der Schüler unter Anleitung des Trainers zeitlich nahezu unbegrenzt an der richtigen Positionierung der Körperteile arbeiten kann. Der Pfeil ist an der Sehne befestigt und läuft durch eine am Mittelteil befestigte Öse. So kann der Schüler den kompletten Schuss üben, ohne dass der Pfeil den Bogen verlässt. Mit dem Technikbogen wird überwiegend vor einem Spiegel gearbeitet, sodass der Schüler permanent seine Haltung kontrollieren kann.

 

Shot-Trainer

Der Shot-Trainer dient dem Schützen als Trainingsgerät, mit dem er besonders den Zug aus der Rückenspannung und dessen Erhalten nach dem Lösen trainieren und verbessern kann. Funktion und Gebrauch vergleiche Astra Archery Shot Trainer oder Formaster Trainingsgerät.

 

Teilnahme an Turnieren
Der lernende Bogenschütze sollte nicht zu früh dem Wettkampfstress ausgesetzt werden. Das führt nicht nur zu Negativerlebnissen, sondern auch zur Verschlechterung der frisch erlernten Technik. Unsere Empfehlung geht dahin, Schützen erst nach der Grüngurt-Prüfung an Turnieren teilnehmen zu lassen.

 

 Ausbildungsnachweisheft
Jeder Schüler erhält durch seinen Verein am Beginn seiner Ausbildung das Ausbildungsnachweisheft des KFS. In diesem Heft werden bestandene Prüfungen, Wettkampfteilnahmen und absolvierte Lehrgänge dokumentiert. Außerdem wird in dem Heft durch die Trainer die Erfüllung der einzelnen Inhalte quittiert. Ausbildungsnachweishefte können beim KFS zu einem Stückpreis von 3 Euro bestellt werden.

 

Trainingsarbeit
Sinn der Prüfungsordnung ist es, den Schützen Schritt für Schritt auszubilden. Daher ist es sinnvoll, die Trainingsarbeit im Verein dem System anzupassen. Natürlich kann man einem blutigen Anfänger am ersten Trainingstag einen kompletten Bogen in die Hand drücken, um ihn möglichst schnell auf Auflagen schießen zu lassen. Das Ergebnis kann man auf fast allen Turnieren beobachten. Als Argument führen manche Vereinsvorsitzende an, die neuen Mitglieder würden sonst schnell das Interesse verlieren. Wir glauben das nicht und viele Sportarten beweisen das Gegenteil. Also sollten Anfänger bis zur ersten Prüfung überwiegend mit dem Technikbogen üben und diesen auch danach im Training (mind. bis Grüngurt) regelmäßig einsetzen. Das Visier sollte erst nach der Orangegurt-Prüfung angebaut werden. 

 

Instruktorenlehrgang
Um eine bundesweit einheitliche technische Ausrichtung zu gewährleisten, müssen Prüflinge der Fortgeschrittenenklasse an einem regional durchgeführten Vorbereitungsseminar teilnehmen. Dort werden die Prüflinge durch vom KFS ausgewählte Personen gezielt auf die weiteren Prüfungen der höheren Klassen und auf Ihre Tätigkeit zur Trainerunterstützung vorbereitet.

 

Meisterseminar
In diesem zweitägigen Vorbereitungslehrgang werden die angehenden Schwarzgurt-Träger - außer mit den Feinheiten der klassischen Schießtechnik - mit den mentalen und philosophischen Elementen des Bogensports vertrauter gemacht. Diese Lehrgänge werden durch besondere Instruktoren des KFS durchgeführt.

 

Grundeinstufung ganzer Vereine
Sollten Vereine dem Prüfungssystem beitreten, wird eine Grundeinstufung aller interessierten Schützen vorgenommen. Hierbei handelt es sich um eine Prüfung über alle Stufen. Jeder Prüfling absolviert dann alle Prüfungen an einem Tag. Die Wartezeiten entfallen, allerdings muss die aktive Vereinszugehörigkeit die Summe der geforderten Wartezeiten überschreiten. Nach der Grundeinstufung beginnen alle nachfolgenden Schützen im neuen Verfahren. Bei der Grundeinstufung ganzer Vereine kann ein Prüfling höchstens die Prüfung zum Grüngurt ablegen. Alle weiterführenden Prüfungen werden bei zentralen Prüfungsveranstaltungen durchgeführt.

KFS-Aufnahmebedingungen
für Vereine und andere Organisationen:    

Die oder der Verantwortliche für die Schießtechnik und Trainings sollten mindestens:

- eine KFS Coach/Trainer-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen

oder

- einen DSB Trainer C Basis Bogen ab 2013 Lizenz erworben haben.

 Außerdem sollte diese Person mindestens eine Grüngurtprüfung abgelegt und bestanden haben.

Danach kann eine entsprechende Einstufung erfolgen.